Mobilfunktelefon - heutige Smartphones als Multifunktionsgeräte
Obwohl
man es sich kaum vorstellen kann, aber die Entwicklung von
Mobilfunktelefonen ist schon relativ alt, und zwar schon mehr
als 70 Jahre. Genau genommen haben die Deutsche Reichsbahn
und die Deutsche Reichspost 1926 das erste mobile Telefon
in einem Eisenbahnwagon der 1. Klasse zwischen Hamburg und
Berlin eingesetzt. Das damalige Mobilfunktelefon sah allerdings
nicht anders aus als die damaligen Festnetztelefone, nur die
Technik der Übertragung von den Telegraphenämtern
in den Zug war eine ganz andere.
Die ersten wirklichen Funktelefone wurden Anfang der 1950er
Jahre in Betrieb genommen; die Technik die damit verbunden
war, würde heute gerade einmal in kleinen Kühlschränken
passen und die Anschaffungskosten waren so hoch wie ein
neues Auto. Die Übertragung der Gespräche erfolgte
über das A bzw. B-Netz; die Gespräche wurden noch
mit der Hand vermittelt, wenn die Funkreichweite zu den
spärlich aufgestellten Sendemasten nicht mehr ausreichte,
bracht die Verbindung einfach ab und musste in der nächsten
Funkzelle eine neue Verbindung versuchen.
Die
eigentliche Erfolggeschichte der Mobilfunktelefone begann
Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung der 2. Mobilfunkgeneration
und der D-Netze durch Mannesmann und der Telekom im Jahre
1992. Mit der Einführung der D-Netze wurde zeitgleich
auch der so genannte GSM-Standard für Mobilfunkgespräche
eingeführt; ein Standard, der sich weltweit durchgesetzt
hat und digitale Mobilfunkgespräche in bester Qualität
erlaubt. Außerdem ist es möglich, über GSM
Kurznachrichten (SMS) zu versenden und mittels GPRS oder
auch EDGE ins mobile Internet zu gehen.
Entsprechend diesen Möglichkeiten veränderten
sich auch rasend schnell die Mobilfunktelefone. Muteten
die ersten mobilen Telefone noch an wie dicke Brikett-Klötze,
in der schlankeren Version wie TV-Fernbedienungen aus den
1970er Jahren, so folgten sehr schnell die neuen "Handys"
so "klein" wie die Verpackung einer großen
Tube Salbe, bis sie im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends
die Minimalgröße einer EC-Karte erreichten.
Im Standard allerdings hat man heute Handys im Format einer
Zigarettenschachtel, nur halb so dick. Mit den heutigen
Handys wird nicht nur telefoniert, sondern überwiegend
auch via SMS kommuniziert. In so gut wie allen Geräten
sind heute eine Digitalkamera einschließlich Aufnahmefunktion
für Videos integriert, deren aufgenommenen Bilder und
Videos über Bluetooth-Schnittstellen oder auch über
die MMS-Technologie an andere Geräte übermittelt
werden können.
Nach Einführung der UMTS-Technologie haben sich die
Handys zu Multifunktionsgeräten entwickelt. Derartige
Geräte nennen sich heute Smartphones und sind neben
der mobilen Telefonie, hauptsächlich für die Datenkommunikation
übers Internet ausgelegt. Ob nun die E-Mail-Korrespondenz,
Arbeiten an Excel- oder Word-Dateien, Übermittlung
von Daten, das Surfen im Internet, Abrufen von RSS-Feeds
einschließlich Anzeige am Display, die Aufnahme und
Bearbeiten von Fotos oder Videos, die Verwaltung der eigenen
Termine, ... über heutige Smartphones ist so gut wie
alles möglich. Teilweise kann man derartige Geräte
heute bereits als Funkschlüssel für PKWs oder
das Garagentor einsetzen, man kann sich durch die Straßen
navigieren lassen oder auch Parkgebühren bzw. Bustickets
bezahlen.
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