Fernsehgeräte verschmelzen mit dem Internet
Fernsehen
ist vom Grundsatz her lediglich eine Aneinanderreihung von
Einzelbildern, ähnlich wie ein Daumenkino. Die Geschichte
von Bewegtbildern und damit letztlich die Geschichte des Kinos
und des Fernsehens wurden im Jahre 1872 durch den US-amerikanischen
Fotografen Eadweard
Muybridge auf den Weg gebracht, ohne dass er es eigentlich
wollte. Anlass war die Frage, ob ein galoppierendes Pferd
zeitgleich alle vier Beine abhebt. Um diese Frage zu klären,
wurde Eadweard Muybridge von 1872 von dem kalifornischen Gouverneur
und US-amerikanischen Eisenbahn-Tycoon Leland Standford angestellt.
Muybridge fertigte daraufhin verschiedene Studien mit Einzelbildern,
zunächst 12, dann 24 und schließlich 36. Hierzu
stellte er die entsprechende Anzahl von Fotoapparaten auf,
spannte jeweils einen Faden vom Auslöser des Gerätes
über quer über die Rennbahn; das Rennpferd trabte
vorbei und löste dabei die Kameras aus.
Zur Präsentation seiner Ergebnisse erfand Muybridge
den so genannten "Zoopraxiskop"; ein Projektionsgerät,
das die Einzelbilder als Animation darstellen konnte. In
der Folge fertigte Muybridge weitere Studien, die als Attraktion(en)
sehr schnell Einzug auf Jahrmärkten hielten und einen
regelrechten Boom auf Bewegtbildern auslöste und bis
in die heutige Zeit andauert.
Ging
es im 19. und 20. Jahrhundert beim Fernsehen hauptsächlich
um Unterhaltung und Information von den Machern zu den
Konsumenten,
so wandelt sich das Fernsehen heute zu einem interaktiven
Medium. Sieht man von den vielen, vielen Privatsendern
ab
die nichts anderes machen als die 500.ste Wiederholung
zum 600.sten Mal auszustrahlen gehen die großen
Sender mehr und mehr dazu über, den Fernsehzuschauer
in Echtzeit mit ins Geschehen einzubinden. Egal ob eine
Politsendung,
Fernsehshows oder auch Verkaufs- und Beratungssendungen,
der Zuschauer wird zum Voting oder zum Mitmachen aufgefordert.
Live-Übertragungen können heute angehalten werden,
um sie dann zeitversetzt weiter zu betrachten. Das Analoge
Fernsehzeitalter ist vorbei, digitale Übertragungsarten
haben Einzug gehalten. Stöbert man beispielsweise
in einem Unterhaltungselektronik
Onlineshop oder auch
in den bekannten Elektronikmärkten wie Media-Markt,
Saturn, Expert usw. so findet man heute ausnahmslos nur
noch längliche Flachbildfernseher, um die Fernseh-
Video- und Kino-Filme im Großformat anzeigen zu
lassen; ja auch die PC-Bildschirme haben sich diesem Format
angepasst.
Seit dem das Internet als Breitband-Internet zur Verfügung
steht, wandelt sich das Fernsehen als kleine länderbezogene
Informationsinseln zu einem globalen Medium. Plötzlich
sind nicht mehr nur einige Fernsehsender erreichbar, sondern
Hunderte - Tausende. Machbar wird dies einerseits über
die bessere Übertragungsqualität von Bild und
Ton (HDTV) und natürlich über IPTV (Internet Protocol
Television) also Internet-Fernsehen. So gut wie alle namhaften
Marktforscher sind allerdings der Meinung, das Internet-Fernsehen
wird seinen endgültigen Durchbruch erst mit der Generation
erfahren, die heute zwischen 16 bis 24 Jahre alt sind. Zwischenzeitlich
(08/2010) nutzen rd. 15 Millionen Menschen aus dieser Altersklasse
in Deutschland das Internet um TV- und Hörfunksendungen
zu konsumieren. In den USA nutzen bereits mehr als 40 Prozent
dieser Altersgruppe das Internet, um sich übers Fernsehen
Videos anzusehen.
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